Analfistel

Veröffentlicht in Proktologie

Analfisteln oder Abszesse sind nur unterschiedlich akute Ausprägungen desselben Grundleidens. Der Analabszeß stellt das akute, die Analfistel das chronische Stadium der entzündlichen Enddarmerkrankung dar. Meistens entwickelt sich die Erkrankung aus einer akuten Entzündung der Proktodealdrüsen. Häufig kommt es initial zu einer Abszeßbildung. Die Fistel stellt dann das chronische Infektionsstadium dar.

Welche Symptome führen Sie zum Arzt?

Heftige Schmerzen im Analbereich mit Schwellung lassen Sie schnell den Proktologen aufsuchen. Gelegentlich tritt Fieber auf. Manchmal kommt es bei längerem Zuwarten zu einer spontanen Eröffnung des Abszesses. Übelriechende Sekretabsonderung mit relativ geringen Schmerzen lassen primär an eine Fistel denken.

Wie wird die Erkrankung diagnostiziert?

Nach einem ausführlichem Vorgespräch wird zunächst der Analkanal in Linksseitenlage mit dem Finger untersucht. Danach erhalten Sie einen Minieinlauf (200 ml). Die anschließende Enddarmuntersuchung mit dem Rektoskop erfolgt dann zum Ausschluß einer Tumor- oder entzündlichen Erkrankung. Danach erfolgt nochmals die visuelle Inspektion des Analkanals mit dem Spreizspekulum, um einen Fistelgang zu erkennen. Zusätzlich wird eine erkannte Fistel mit einer Sonde nachverfolgt. Alle Untersuchungen sind gering schmerzhaft.

Wie wird die Erkrankung behandelt?

Ein Abszeß muß generell operativ entlastet werden. Dies kann ambulant und in örtlicher Betäubung erfolgen. Die chronische Fistel kann je nach Verlauf und Lage ambulant in lokaler Betäubung operativ entfernt werden, beim tiefen, langstreckigen Verlauf sollte die Operation unter stationären Bedingungen erfolgen.